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Wir feiern Karneval in Rio. Vor.

Waren auf dem berühmten Hippie-Markt auf der Praca de General Osório. Mir geht allerdings der Sinn solcher Besuche auf Artesanía-Märkten ab; Haben eh alle nicht genug Geld und keinen Platz im Rucksack, so dass wir jetzt groß shoppen gehen könnten. Nichtsdestotrotz gab es sehr sehr coole Sachen da; Würde meine komplette Wohnung wahrscheinlich mit Zeug von da einrichten, wenn ich zufällig in Rio wohnen würde.
Was nicht so geil war, waren ein paar „alternative“ Postkarten, von einer älteren Dame hergestellt, im Collagen-Style, d.h., indem sie einfach ein paar Sachen aus Magazinen ausgeschnitten und auf Postkarten geklebt hat. Ließ mich dazu hinreißen, zu sagen: „Na, das kann ich auch!“, und wurde direkt für diese Unhöflichkeit bestraft, da die alte Dame sowie ihre Mutter perfekt deutsch sprachen. Fettnäpfchen!!!
Waren sehr überrascht und unterhielten uns aus Schuldgefühl eine Weile mit beiden. Das Schuldgefühl wich aber schnell echtem Interesse, denn sie haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Tochter ist in Brasilien geboren, die Mutter als junge Frau dahin ausgewandert. Beide sind viel gereist, aber nie nach Deutschland zurückgekehrt, wie sie sehr entschieden sagten. Ich konnte nicht anders, als ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Auch, wenn nicht direkt die „Rede davon war, hat die Dame doch sehr wahrscheinlich unter der Naziherrschaft gelitten. Und ich kann mir nicht helfen, und damals war ja auch noch nicht mal meine Mutter geboren, aber ich schäme mich doch sehr für unsere unglorreiche Vergangenheit. Liebend gern hätte ich irgendetwas aufmunterndes gesagt, etwas in der Art, dass Deutschland viel aus seinen Fehlern gelernt hat, dass alles jetzt viel besser ist, aber genützt und vor allem ihre düsteren Erinnerungen aufgehellt hätte das ja doch nicht.
Zurück im Hostel haben wir uns erstmal mit den beiden Argentiniern aus unserem Zimmer, die an der Rezeption arbeiten, angefreundet (wohl wissend, dass uns unsere Reise auch nach Argentinien führen würde!) und sind dann mit Ihnen und den anderen Leuten aus dem Hostel zum Sambodrom gefahren, um uns eine Probe für den großen Karnevalsumzug anzuschauen.
In Wahrheit haben sich übrigens eigentlich nur Steffi, Shirin uns Anna mit den Argentiniern angefreundet, weil ich mich beim besten Willen nicht dazu überwinden konnte, Spanisch zu reden;  Das hat nämlich während meines Brasilienaufenthalts ziemlich gelitten. Und für mein klägliches Stottern schäme ich mich doch SEHR.
Im Sambodrom ist es aber ziemlich cool, wenn man davon absieht, dass wir kilometerweit drum rum laufen müssen, um endlich reinzukommen. Wir stehen auf einer Tribüne inmitten von Fans der defilierenden Schule (blauweiße Schärpen, irgndwas mit einer Frau^^) und gucken uns das Spektakel an; Ich denke bei mir, dass ich mich schon mal nicht auf solchen Schuhen sambatanzend vorwärtsbewegen kann, ganz zu schweigen von den hinderlichen Kostümen und nervigen Fahnen, die man dabei schwingen muss.
Aber ich bin sehr getröstet, dass, da wir schon den Karneval in Olinda verpassen und knapp den in Rio dazu, wir uns wenigstens einen guten Eindruck davon machen konnten, wie das dann so abläuft. Und ganz ehrlich, immer auf den Stufen in der Tribüne tanzen, wär vielleicht echt nix für mich.
Fahren heim und gehen ins Bett.
PS: Die beiden Argentinier heißen Matias und Johnny.^^

31.1.10 01:56, kommentieren

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Beautiful in Rio

Wir gehen zum Strand von Ipanema. Bin immer noch sehr geschwächt, muss aber nicht mehr kotzen und habe  keinen Bock, den ganzen Tag im Hostel liegen zu bleiben. Beim Heimkommen bin ich allerdings so fertig, dass ich nicht mitkommen will, den Corcovado zu besteigen, um den Cristo aus der Nähe zu sehen. Also, JA, ich war in Rio, aber NEIN, ich war NICHT beim Cristo. Noch Fragen?^^
War abends soweit ausgeruht, dass ich mich mit nach Lapa, ins Ausgehviertel, wagte. Natürlich war an Alkohol-Trinken nicht zu denken.^^ Aber die Erfahrung war auch so eine krasse; Kaum stiegen wir aus dem Bus, ging eine Art Spießrutenlauf los: Touristinnengeile Typen hielten unsere Oberarme, Handgelenke, Schulter, Rockzipfel (^^) fest, um die Gelegenheit zu bekommen, uns auf Englisch anzulabern. Wörter wie „beautiful“ und „blondie“ flogen uns um die Ohren. Wir alle waren davon absolut verschreckt, am meisten Steffi, die fast ausgerastet ist.
Setzten uns in einer Seitenstraße hin um in Ruhe zu verschnaufen und um eine Cola (^^) zu trinken.
Durch Zufall führte uns diese Straße zur berühmten Treppe von Selarón, die unter anderem in Snoop Doggs und Pharrels Video zu „Beautiful“ (wie passend...) vorkommt. Aber sie sieht in echt besser aus! Waren entzückt und bezaubert, führten ein paar Gespräche mit Cariocas und beschlossen, bei Tageslicht wieder zu kommen.

1 Kommentar 30.1.10 01:47, kommentieren

Rio!

Die Busfahrt schien irgendwann endlos. Sehr sehr geile Landschaft vor Rio, sehr bergig, viel Urwald, so richtiger, wie man sich das vorstellt, mit Lianen und riesigen bunten Blüten und allen möglichen exotischen Pflanzen, die durcheinander wachsen.
Rio schien von Anfang an riesig und chaotisch. Aber schön. Schleppten uns irgendwie zu dem mit Shirin und Anna vereinbarten Treffpunkt, dem Hostel „Newton’s Rooftop“. Beide hatten auch tatsächlich schon eingecheckt, waren nur grad außer Haus. Entschieden, uns bis zur verabredeten Zeit auf die Suche nach was Vernünftigem zu Essen zu machen, Käsestullen, von denen wir uns durchgängig auf der Busfahrt ernährt haben, waren out.
Sind aber trotzdem erstmal vor zum Strand gelaufen, waren neugierig, schließlich sieht man nicht jeden Tag die  Copacabana! Kaum haben unsere Füße den berühmt-berüchtigten Sand berührt, als ich auch schon zwei mir vage bekannte Gestalten sichtete; Ließ alles fallen, was ich bei mir hatte, schrie und rannte los, um Shirin und Anna um den Hals zu fallen. Steffi folgte eine Sekunde später. Eigentlich war es als Scherz gemeint, dass wir uns an der Copacabana treffen. Irgendein Schicksalslenker hat was übrig für Ironie!
Gingen alle gemeinsam Pizza essen und dann zurück ins Hostel, um über alles zu reden. Die Kommunikation zwischen Sam und den Mädels klappt auch so einigermaßen. Immerhin weiß er schon die ersten lebenswichtigen Ausdrücke auf deutsch: „Krasse Scheiße“ und „ Deine Mutter“.
Leider war die Pizza eventuell irgendwie schlecht, denn sehr bald bekomme ich ziemlich unangenehme Bauchschmerzen und muss mich hinlegen. Ca. 2 Stunden (gefühlte 10) liege ich flach auf dem Rücken und hoffe, dass sie weggehen, dann wird klar: So einfach, wie ich mir das vorgestellt habe, wird das nicht und ich muss das erste Mal kotzen. Danach geht es einem ja normalerweise besser, nicht jedoch, wenn man sich wahrscheinlich eine ultra-ätzende, südamerikanische Lebensmittelvergiftung zugezogen hat; Es geht weiter, Bauchkrämpfe, der Wunsch, zu sterben, danach das Würgen und dann gibt mein Magen alles her, was er hat. Wortwörtlich alles. Ich kotze die ganze Nacht durch und würge noch weiter, als schon lange nichts mehr als klare Gallenflüssigkeit dabei herauskommt.
Die Mädels versuchen alles, um mir zu helfen (ich weiß sehr zu schätzen, Shirin, dass du den Eimer tatsächlich bis ins Klo getragen hast!), auch der diensthabende Portier im Hostel gibt Steffi ein Tütchen mit irgendeinem Pulver, dass man in Wasser auflösen muss, aber ich verschütte das erste und bringe das zweite nicht runter. Alles in allem eine denkwürdige Erfahrung, die ich nicht jedem wünsche… Selten so gelitten!

1 Kommentar 29.1.10 01:44, kommentieren

Souvenir aus Salvador

Früh aufgestanden und Reise durch ganz Salvador hinter uns gebracht, um zu Bus-Terminal zu kommen. Kleines Souvenir: Ein klaffender Riss an meinem Ellbogen, weil das Gewicht meines Rucksacks, als Sam in mir „zuwarf“ (wir reden hier von einem 20 Kilo schweren Backpack^^) meinen Arm gegen scharfe Kante an Busfenster gedrückt hat. Schön!

Um halb 10 Bus nach Rio bestiegen, um ihn die nächsten 29 Stunden (!) nicht mehr zu verlassen.

Es lief ein Film, „In the Name of the King“, war aber schlecht, noch dazu irgendwie ohne Ton. Konnte aber trotzdem nicht so richtig weggucken und ärgerte mich darüber, denn er wurde auch im weiteren Verlauf nicht besser. Unterhielt mich lieber mit Sam und schlief dann irgendwann ein.

 

28.1.10 01:40, kommentieren

Jeder ist in Salvador

Kleiner Alibi-Kultur-Trip ins Afro-brasilianische Museum. Keiner von uns hat WIRKLICH den Sinn der Ausstellung verstanden. Egal, gut fürs Gewissen. Und trotzdem ein paar gute afrikanische Künstler entdeckt.

Auf Suche nach Supermarkt/Bäckerei um Vorräte für Busfahrt zu kaufen, zufällig Sams Freundin aus Leeds über den Weg gelaufen, die auch grad zufällig hier ist. Achso! Glauben langsam, jeder ist insgeheim in Salvador.

Danach wieder in der Samba-Bar gesessen, wieder sehr sehr geile Musik mit Typen, der klang wie Craig David.

 

1 Kommentar 27.1.10 01:38, kommentieren

Salvador!

Pelourinho, in Hostel von mürrischem, verrückten Franzosen abgestiegen. Den ganzen Tagen kreuz und quer durch das Viertel geirrt und abends in Cliché brasilianischer Bar gewesen; Draußen gesessen, Samba-Musik von dicker Brasilianerin in rotem Kleid gehört und dabei zufällig Eike und seinen Vater getroffen, die mit dem Auto an der Küste lang fahren. Danach sind wir einem "bloco" gefolgt, Straßen runter und wieder hoch getanzt bis zur Erschöpfung. Steffi und Sam wollten ins Bett, ich noch ein bisschen rumlaufen, bin mit neuem italienischen Bekannten nochmal los, der mich dann leider abschleppen wollte, was ich erst merkte, als er mich in seinem (Einzel!-)Zimmer über Musik vollsülzte. Panisch versucht, Ausrede zu erfinden, um Zimmer zu verlassen. Schließlich geschafft, zu Sam und Steffi zu flüchten, erschöpft in Bett gefallen.

1 Kommentar 26.1.10 01:35, kommentieren

Jahre später....

Okay, ich WEIß ich war eine schlechte Bloggerin...  Das lag daran, dass mir einfach die Zeit fehlte, ins Internet zu gehn. Dafür poste ich jetzt in kleinen Häppchen den Exklusiv-Bericht der Reise! Neugierig? Auf gehts!

1 Kommentar 25.1.10 01:30, kommentieren