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Eine kleine Hommage an TallTreeCoffee

Dieser Blog-Eintrag ist exklusiv für ein kleines, orangefarbenes Café, ziemlich direkt auf dem Campus der UHH:

Thomas, machst du Witze?!? Natürlich vermisse ich unseren Kaffee!!! Vor allem die Größen; Hier ist es, wie ich bereits befürchtet habe, ähnlich wie in Spanien: Die Bechergrößen sind minuskulös, um nicht zu sagen winzig^^. Und dass mit dem Milchkaffee ist so ein Ding, entweder der wird absurd gesüßt, oder die Milch flockt aus irgendeinem mysteriösen, vielleicht klimatisch bedingten Grund, oder der Kaffee ist zu stark, oder…

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, meinen Kaffee schwarz, dafür aber mit Zucker zu trinken. Zum Überleben reicht es. ;-)

Aber dieses gemütliche Beisammensitzen bei einem XXL-Café Latte… Wenn ich daran denke, bekomm ich direkt ein bisschen Heimweh… Nach Regenwetter, dicken Pullis, Hustenbonbons, dem Kribbeln in den Händen, wenn du sie um eine heiße Tasse legst und sie endlich auftauen…hach ja.;-)

Also hier trinkt man halt eher einen halben Liter Kokoswasser aus einer eisgekühlten Kokosnuss, beinahe* frisch von der Palme (*zwischendurch muss sie ja irgendwie kalt werden^^), während man am besten KEINE dicken Pullis trägt.

Wenn ichs mir recht überlege, hält sich mein Heimweh doch in Grenzen…:-D

Ich nehme übrigens an, wenn die Gäste nach mir fragen, heißt das, sie waren mit meiner Arbeit zufrieden. Oder sie waren von meiner charmanten Art entzückt. :-D Was ja ungefähr auf dasselbe hinausläuft. Das würde jedenfalls heißen, ich habe eigentlich einen ganz guten Job gemacht. Was wiederum heißt, dass ihr mich ja vielleicht nochmal in euer kleines Team aufnehmen würdet, falls es eine freie Stelle gäbe… Habt ihr nicht Lust, im April zu expandieren? Mitarbeitertechnisch? Oder dann halt jemanden rauszuschmeißen? :-D

Wie sieht das jetzt eigentlich aus, habt ihr denn schon einen passenden Ersatz gefunden? Und Stephi (oder doch Steffi? Habe es in der ganzen Zeit nicht gelernt^^), Kathrin, wie lang bleibt ihr noch?!? Ist das Geschäft in den Semesterferien stagniert? Gibt es jetzt eigentlich Bio-Eis?!? Können alle Mitarbeiter wieder problem- und schmerzfrei laufen, bzw. Taekwondo praktizieren? Wie geht’s es der Wrage-Crew und vor allem: Was ist der aktuelle Kaffee der Woche?! ;-D Fragen über Fragen…

Da ich leider den kleinen schlauen Zettel mit den ganzen wichtigen eMail-Adressen in Deutschland vergessen habe (entschuldige, Kathrin…^^), schreibt mir doch mal über studiVZ oder so, ich würde mich sehr freuen, mehr von euch zu hören! Für den Fall, dass Thomas mir wirklich Kaffee schickt, schreibe ich auch gerne mal meine Adresse auf!;-)

Herzlichste Grüße in den hohen Norden, seid nett zu den Soja-Latte-Trinkern und esst mal einen Schoko-Monk für mich mit,

Alles Liebe,

eure Hanna

5 Kommentare 29.9.09 19:06, kommentieren

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Uni auf brasilianisch

Nach einem stressigen, weil mit Hund verbrachtem Wochenende ging heute der Alltag wieder los. Habe mich entschieden, einen Kurs zu tauschen, musste deswegen heute nicht um 7 hin, sondern erst um 10, was mir genügend Spielraum ließ, um gemütlich einen Kaffee zu kochen und Musik zum Wachwerden zu hören.

Bin um halb aus dem Haus, habe dann eine Viertelstunde auf den Bus gewartet, es hat angefangen zu regnen, ein Bus kam, leider der falsche. Weitere 5 Minuten gewartet, wurde nass und fing an zu frieren in meinem niftlichen Outfit. Der nächste Bus kam, wieder der falsche. Ich begann mich zu fragen, ob das nicht ein göttliches Zeichen sei, dass ich zu Hause bleiben sollte...

Blieb standfest, wollte schließlich das erste Mal zum neuen Kurs. Schließlich kam ein Bus der Linie 5603, ich erleichtert eingestiegen. Im Bus bin ich jemandem auf den Fuß getreten, der sich als portugiesischer Austauschstudent entpuppte. Wir also ein bisschen geredet. Alter, "Português do Portugal" klingt echt wie russisch!

Gut, waren jedenfalls zu spät, und dann, Überraschung, war mein Raum leer. War ja klar, wäre auch das erste Mal gewesen, dass ein Kurs tatsächlich in dem Raum stattfindet, in dem er stattfinden soll...^^

Habe dann mehr oder weniger alle Räume in der Nähe abgeklappert und ein paar Mal nachgefragt, ob das jetzt hier nicht ganz zufällig... nein, zufälllig war keiner der Kurse Hispanoamerikanische Literatur 2. nun gut. In der Coordenacao wusste auch wieder niemand bescheid und in der Secretaria blieb mir nur, erneut in der Kursmappe nach der Raumnummer zu suchen, und siehe da, es war exakt diejenige, welche ich mir aufgeschrieben hatte. Nun wissen also wieder einmal nur wenige Eingeweihte, wo zur hölle mein Kurs stattfindet. Wie ich jetzt einen dieser Eingeweihten finde, ist die nächste Frage...

Nun gut, somit habe ich also bisher 4 Reais ausgegeben, um ca. eine Stunde Bus zu fahren und ein bisschen an der Uni rumzulaufen. Auch das kann unter Umständen Spaß machen. Hat es aber nicht.

Habe mich mit einem Frust-Zweiten-Frühstück gestärkt und werde mich nun gleich wieder auf den Weg machen, um dann nochmal 4 Stunden, diesmal Portugiesisch, zu haben. Ich hoffe für die UFPB, dass diese Kurse anusnahmsweise stattfinden...

Verregnete und bewölkte Grüße!

1 Kommentar 28.9.09 18:16, kommentieren

Auf den Hund gekommen

Wir haben neuerdings einen Hund.

Zoé, Rogérios charmante Beagle-Hündin bleibt noch bis morgen bei uns. Seit 4 Tagen müssen wir uns jetzt schon mit ihren zahlreichen eher merkwürdigen Angewohnheiten herumschlagen.

Zunächst einmal ist das Tier einfach nicht stubenrein. Das erste, was ich überhaupt von ihr mitbekam, als ich Donnerstag von der Uni heimkam, war ein großer brauner Haufen direkt vor meiner Zimmertür. Das Blumenbeet, keine 10 cm. davon enternt, wurde geflissentlich ignoriert. Übrigens auch für kleinere Geschäfte. Als ihr Pissoir hat sich die Hundedame offensichtlich den kleinen Teppich vor meiner Tür auserkoren, der erste Fleck war schon eingetrocknet, als ich ihn bemerkte, aber den zweiten, größeren, konnte ich nicht mehr ignorieren, also hab ich das Ding (den Teppich^^) erstmal eingeweicht.

Freitag wollten wir weggehen und haben 20 Minuten gebraucht, um es hinzukriegen, dass Steffi und ich beide, inklusive aller Körperteile wie Hände und Füße, VOR der Tür stehen, und der Hund dahinter; Zoé wollte partout nicht alleine gelassen werden! Was sie dann auch lautstark bellend und winselnd nochmal bekräftigte. Sie wird schon aufhören, dachten wir, und schlichen uns davon.

Sie hatte natürlich nicht aufgehört, die Nachbarn haben sich bei Carmem beschwert und unsere brasilianische Mitbewohnerin Michelle hat vorsichtig bemerkt, dass ihr a) das Gebell und Geheule auf die nerven ging und dass Zoé b) eine Pfütze, diesmal  auf ihrem Türvorleger, weil meiner ja im Waschbecken lag, hinterlassen hatte. c), aber das hatte Michelle noch nicht bemerkt, hatte Zoé wieder einen Haufen in den Flur gesetzt. Mittlerweile ging uns die Süße echt ein bisschen auf die Nerven. Thio und Rieke hatten schon Recht, dass sie sich nach Recife abgesetzt haben...

Zahlreiche anstrengende Spaziergänge, mit Plastiktüten entfernte Haufen und lautstarke Winselorgien später sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir Zoé zwar lieben, aber dass das mit uns einfach nicht funktionieren kann.

Wir werden sie also ganz gefasst morgen Rogério wieder in die Arme drücken können und vielleicht höchstens ab und zu den täglichen Slalom um Pfützen und Hundehaufen vermissen.

Brasilianische Grüße, auch von Zoé!

1 Kommentar 27.9.09 01:48, kommentieren

Ein typischer Tag in Joao Pessoa - oder die lange Geschichte des Wartens

Während mich heute morgen die brütende Hitze langsam aus dem Tiefschlaf schälte, kam Steffi an meine Tür, um zu fragen, ob ich in einer halben Stunde fertig wäre, Rogério käme uns abholen, um mit uns nach Intermares an den Strand zu fahren. Ich, völlig fertig und noch verkatert, dachte zuerst: In einer halben Stunde? Auf keinen Fall!

Aber es war wirklich SEHR heiß, und nachdem wir dann eine Stunde ausgehandelt hatten, war ich auch Feuer und Flamme. Bin dann noch lange im Bett liegengeblieben, so dass ich am Ende tatsächlich nur eine halbe Stunde hatte, um mich fertig zu machen, aber gut: Rasieren, von oben bis unten mit zähflüssiger Sonnencreme beschmieren, kurz eine Packung Club Social essen und meine überdimensional große pinke und hässliche (!) Strandtasche (gabs umsonst bei so einem Klamottenladen^^) packen, das war drin. Rogério hat uns zwar abgeholt und wir wollten auch wirklich gleich an den Strand fahren, aber zuerst sind wir noch bei Irapuan vorbeigefahren. Er selbst wollte nicht mitfahren, aber Pauline, die Französin, die da auch wohnt, und Sofie, die Engländerin.

Wir dachten, okay, wird ein bisschen eng im Auto, aber kein Problem und haben uns gefreut, dass die beiden mitwollten. Bloß: Es ging nicht los! Pauline war gerade erst aufgestanden, hatte einen tierischen Kater und musste erst Kaffee kochen, 2 Liter Wasser trinken und eine Tablette nehmen; Zwischendurch ist sie einfach mal in den Pool gesprungen. Uns war verdammt warm, aber wir wollten nicht nass ins Auto steigen. Also saßen wir ein bisschen rum und haben gewartet, schwitzend. Sofie musste aber noch mit ihrem Freund telefonieren. Dann sind noch ein Franzose und Max, der andere Engländer, aufgestanden und wollten auch mit zum Strand, mussten aber erstmal klarkommen, frühstücken, schwimmen.

Wir also resigniert auch in den Pool gesprungen. Dann kamen noch zwei Freunde von Irapuan vorbei und haben Essen mitgebracht, also wurde gegessen. Wir haben Sam angerufen. Sam ist vorbeigekommen. Irgendwann meinte irgendwer, dass für so viele Leute echt kein Platz in einem Auto ist, da rief aber Fernanda (eine Freundin von Irapuan) an, sie kommt mit ihrer Freundin und einem Auto vorbei. Wir also jetzt auf sie gewartet, waren eine zweite Runde im Pool, Max hat ein bisschen Gitarre gespielt, ich habe ein bisschen Gitarre gespielt, Irapuan hat den x-ten Joint angezündet. Rogério war Bier holen. Pauline hat neuen Kaffee gekocht. Die Sonne brannte. Es gab noch mehr essen. Wir haben Wasserball gespielt. Dann kam Fernanda! Yeah! Nach hundertjahrelanger brasilianischer Begrüßungszeremonie, noch mehr Kaffee, Gras und Kippen ging es tatsächlich los. Ca. 3 Stunden nach unserer Ankunft bei Irapuan… Und: in drei Autos; Wo das dritte auf einmal herkam: Keine Ahnung!Jedenfalls saßen bei Rogério im Auto: Vorne der Franzose, dessen Namen ich vergessen habe. Hinten: Sam, Thio, Rieke, Steffi, Pauline und ich. Rogério hatte die Sitze runtergeklappt; Ich sag mal, es ging…:-D Die Fahrt war okay, außer, dass jedem mindestens ein Körperteil eingeschlafen ist. Ein paar mal zwischendurch wurde sich mit den anderen Autos koordiniert.

Dann kamen wir an, auf einem kleinen Parkplatz. Nach und nach kletterten alle erleichtert aus dem Auto, nur um festzustellen, dass sich irgendwie der Himmel zugezogen hatte, noch dazu wehte ein ganz schön heftiger Wind. Wir aber tapfer losmarschiert. Die Hälfte blieb unschlüssig dann aber schon beim Strandimbiss-Kitesurfartikelverkauf-Häuschen (was auch immer^^) stehen, die andere Hälfte, allen voran ich, ging trotzig weiter. Ich habe mich bestimmt nicht verkatert aus dem Bett gequält und dann drei Stunden rumgesessen und gewartet, um dann NICHT schwimmen zu gehen! Die Gänsehaut an meinem kompletten Körper ignorierte ich gekonnt. Schließlich sind Rieke, Thio und ich mutig in die Fluten gesprungen und siehe da, das Wasser war wärmer als gedacht. Blöd war nur, dass wir irgendwann auch raus mussten…^^ Zu allem Überfluss hat es dann angefangen zu nieseln. Wir waren nass, kalt und auf einmal verdammt hungrig.

Deshalb haben wir Sam und Rogério zu unserer ersten eigenen Feijoada eingeladen. Das Fleisch zuzubereiten überstieg leider unsere Kenntnisse und Fähigkeiten, also wurde im Prinzip Reis und Bohnen draus. Gut, auch das ist lecker! Jetzt haben wir also darauf gewartet, dass das Essen fertig wird, dann wahnsinnig viel gegessen, ein bisschen gechillt und verdaut und gleich geht’s los ins „Centro histórico“ auf ein Samba Konzert, juchhu! Wir warten nur noch darauf, dass alle fertig werden…^^

Herzlichste Grüße aus dem Land des Wartens!;-)

 

2 Kommentare 20.9.09 04:46, kommentieren

Mit uns die Sintflut

Von wegen immer gutes Wetter in Brasilien: Gestern habe ich hier meinen ersten "tropischen Sturm" miterlebt!

Den ganzen Nachmittag über hat es immer mal wieder son bisschen genieselt, aber wir dachten, hey kein Problem und sind abends nach Bessa gefahren, um Joana und Sofies Guacamole zu probieren (die man hier übrigens nicht kennt; Man isst Avocado hier eigentlich süß. Was ich nícht gedacht hätte: Avocado-Eis schmeckt sogar richtig gut!). Jedenfalls saßen wir auf Irapuans Terasse und es fing an zu regnen. Wir hartgesottenen Deutschen wollten trotzdem zum letzten Bus gehen, sehr selbstsicher haben wir den angebotenen Regenschirm abgelehnt und ich hab noch mal eben "wir sind doch nicht aus Zucker" übersetzt, dann machten wir hocherhobenen kopfes den ersten Schritt nach draußen. Keine Ahnung, ob das vorher auch schon so war, aber auf einmal prasselte das richtig los, die Straßen verwandelten sich in schlammige Bäche und mit unserer kühl-nordischen Selbstbeherrschung (^^) war es vorbei: Wir rannten wie eine Herde verschreckter Tiere in Richtung Bus, den wir gottseidank auch gerade noch kriegten; wer weiß, wie lange wir da sonst hätten stehen müssen...Auf jeden Fall saßen wir alle klatschnass (bis auf die Haut, ich schwör euch, ich konnte meine Unterwäsche später auswringen) in diesem Bus und versuchten aus den beschlagenen Fensterscheiben raus zu erkennen, wo zur Hölle unsere Bushaltestelle war. Haben uns schon ausgemalt, dass wir sie verpassen, weil einfach kaum was zu erkennen war, und dann irgendwann am anderen Ende der Stadt Unterschlupf in einer Mülltonne suchen müssten oder so. Als sie dann aber doch endlich schemenhaft auftauchte und wir uns erfolgreich durch die im Gang stehenden Menschen gequält hatten, hieß es wieder halb rennend halb schwimmend bis zur rettenden Haustür zu kommen. Endlich in meinem Zimmer stellte ich allerdings fest, dass ich Sofies Havaianas mitgenommen hab anstatt meine. Was erklärt, warum ich die auf dem Weg so oft verloren habe.^^ Guten Gewissens können wir jetzt von uns behaupten, wir haben die Sintflut 2009 überlebt.

Ich hoffe bloß, dass unsere Lieblings-Vagabunden-Drillinge, die wir ständig auf der Straße treffen, ausnahmsweise sicher in ihrem Bett in der Favela lagen und nicht irgendwo hier in Tambaú auf der Straße schlafen mussten. Irgenwann adoptiere ich noch mindestens einen von ihnen...

Jetzt scheint wieder die Sonne, als ob nichts gewesen wäre und wir bereiten uns darauf vor, Feijoada- kochen zu lernen, ein typisch-brasilianisches Gericht. Mal sehen, was das gibt...

1 Kommentar 12.9.09 16:23, kommentieren

Erste Nacht alleine

Die Zimmer sind fertig, der Besuch aus Recife ist weg, also haben Steffi und ich heute zum ersten Mal die Nacht in getrennten Betten und Zimmern verbracht. Ich muss sagen, ich hab sie schon ziemlich vermisst!

;-)

Gerade versuche ich, mir ein Frühstück aus labberigen Hamburger-Brötchen, zusammengepanschtem Kaffee und grünen (!) Tomaten zu zaubern; Klappt so semi. Den Ameisen, die in Scharen angerannt kommen, um meine Krümel wegzutragen, schmeckt es offensichtlich besser als mir. Wenn ich etwas aus Deutschland vermisse, dann Brot! und Müsli! Haferflocken hier zerfließen sofort zu einer breiigen Masse und schmecken nach Pappe. Also auch keine wirkliche Alternative. Also am besten nur Obst essen!

Jetzt spüle ich ab und höre dabei Musik und tanze durchs Zimmer, froh und glücklich, dass ich heute noch nicht um 7 (!!!) in der uni sein musste, wie das bald fast immer der Fall sein wird.^^

Allerliebste Grüße auch von den ca. 185.000 Ameisen!

1 Kommentar 9.9.09 14:05, kommentieren

Buena Vista, Bauarbeiter und Sonnenuntergänge

Leute!

Hier passiert so viel, dass ich, würde ich jetzt anfangen, alles zu erzählen, wahrscheinlich im nächsten März noch nicht damit fertig wäre. Hier also die "Kurz"fassung:

Rieke, Thio, Steffi und ich wohnen jetzt bei Luciana. Als wir eingezogen sind, waren aber erst zwei Zimmer fertig, so dass hier kontinuierlich Bauarbeiter rumliefen und irgendwas gemacht haben, sei es Wände durchbohren, Schränke montieren, Fenster zumauern oder Wände streichen. Und das ganze ab acht Uhr morgens.^^ Seffi und ich sind also immer noch nicht zum Ausschlafen gekommen.

Dafür sind wir aber nach Olinda gekommen, ein kleines Örtchen bei Recife, 120 Kilometer südlich von uns, da wo die Haie sind.;-) In Olinda ist nämlich gerade das MIMO-Festival (das steht für irgendwas mit international und Musik in Olinda) und wir haben da, für lau, Buena Vista Social Club gesehen!!! Ich meine, BUENA VISTA SOCIAL CLUB!

Es war, natürlich, der HAMMER! Große Bühne, daneben Palmen, viele fröhliche Leute, sternenklarer Himmel, Wein, Gras und Chan Chan!

Gefahren sind wir zu fünfzehnt in einem Van, den man hier mit Fahrer mieten kann. Die Fahrt alleine war schon ein Erlebnis; Falls ihr mal in Brasilien seid und euch sagt jemand, die Straße zwischen Joao Pessoa und Recife sei sehr schlecht: Dann IST sie sehr schlecht!:-D Zu Hause angekommen waren wir Milchshake.^^

Sonntag waren Steffi und ich bei einem Typen zum Abendessen eingeladen, der sich sein Haus komplett selbst gebaut hat. In das Haus eingearbeitet hat er einen großen Baum und mehr oder weniger einen kompletten Garten. Super schwierig zu beschreiben, aber ziemlich geil. Ich heirate jeden, der mir so ein Haus baut!!!
Gestern dann war Feiertag, der Tag der brasilianischen Unabhängigkeit, und wir sind mittags mit einem Schiff losgefahren und haben dadrauf die ganze Zeit getrunken, gegessen und Samba getanzt. Noch können wir das eher mäßig, aber die Brasilianer versichern einem ständig, dass man es voll drauf hat, na ja, zumindest schon ganz nah dran ist, es fehlt nur noch dies und jenes und dann muss man noch…Tsst! Immerhin hat Thio ein T-Shirt gewonnen, auf dem Samba da Elite steht; zumindest sie hat ihr Nicht-Können ziemlich gut getarnt!;-)

Wir sind an einen Strand gefahren und dann pünktlich zum Sonnenuntergang zurückgekommen. Der war zugegebenermaßen ziemlich schön, wurde aber ein bisschen übertrieben gefeiert, alle Leute starrten stundelnag ehrfürchtig in eine Richtung und ein Saxophonist spielte ein Solo. Ich liebe Saxophon, aber vielleicht bin ich doch ein wenig zu unromantisch für diese Welt^^.

Danach hat Irapuan uns wieder alle in sein Haus eingeladen und wir waren nochmal im Pool, diesmal allerdings, um Wasserball zu spielen, weniger, um zu tanzen. Ich liebe sein Haus! Das ist die ultimative Hippie-Kommune; Lauter Leute aus verschiedenen Ländern wohnen da und sind auch ständig zu Besuch, es wird immer Musik gehört, gefeiert, getrunken, viel geredet, gekifft (Übrigens, ich bin hier noch nie in Ohnmacht gefallen!), getanzt und es ist einfach schön.  Wir sind schon für quasi immer eingeladen, und das nutzen wir auch aus!
Endlich komme ich zu heute; War voll unspektakulär. Die Uni hat angefangen und alle waren verkatert und mehr oder weniger schlecht gelaunt. Ich vor allem. Hatte nämlich zu Hause keine Zeit mehr, Kaffee zu trinken. Steffi meinte, dass sie, falls das jetzt jeden Morgen so geht, keine Lust mehr hat, mit mir zusammen zur Uni zu fahren, oh je!:-D
Habe dann aber doch noch meinen Kaffee (oder vielmehr meine beiden, die Größen sind hier eher noch kleiner als in Spanien^^) gekriegt, die erste Veranstaltung fand nämlich schon mal gar nicht erst statt. Den Rest des Tages haben wir damit verbracht, zu versuchen (!) uns zu immatrikulieren und einen Sprachtest zu machen.
Habe mich voll als Streberin geoutet und jetzt muss ich wahrscheinlich voll den anspruchsvollen Sprachkurs machen, aber nun gut, schließlich bin ich ja AUCH hier, um zu lernen. Mache schon weniger, als gedacht, weil die Kurszeiten alle kollidieren, aber irgendwie kommt mir das bei genauerem Nachdenken sehr gelegen…:-D
Also dann, Danke, dass ihr euch durch meine heutigen Memoiren gequält habt, wir gehen jetzt endlich was essen,

Até mais!

2 Kommentare 9.9.09 01:12, kommentieren