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Joao Pessoa News die dreihundertfünfundachtzigste

Jaaaa, wieder Wochenende!
Kaum war ich aus dem Sertao wieder da, habe ich praktisch nur noch gelernt. Gut, mit ein paar Unterbrechungen... Acai essen zum Beispiel. Ich könnte mich wahrscheinlich wochenlang nur von Acai mit Bananen ernähren!
Achso, und am Sonntag abend war direkt ein Konzert im Zentrum (Sonntag früh sind wir zurückgekommen...^^); Eine französisch-brasilianische Kooperation, ein paar richtig geile Bands. Steffi hat sich so abgeschossen, dass sie eigentlich keinen Alkohol mehr trinken wollte. Zumindest die ganze Woche nicht. Insgesamt hat sie glaub ich einen Tag geschafft. Schonmal nicht schlecht...
Und ich habe, wie gesagt, gelernt.^^ Meine verrückte spanische Dozentin hat die Klausuren in beiden Kursen, die ich bei ihr belege, auf den gleichen Tag gelegt, sodass ich gestern schön 5 Stunden lang durchgeschrieben habe; Zuerst musste ich einfach mal die komplette Literaturgeschichte Spaniens bis 1681 (letztes Datum) wiedergeben, mit, Originalton: Daten, Fakten, Namen, Zahlen, Werken...^^ Pfft!  Die drei andern Stunden waren auch nicht entspannender. Egal, ist rum, haben gestern abend auch schon ordentlich drauf angestoßen, alles gut also. Steffi und ich haben sogar nebenher noch eine gute Tat vollbracht: Haben nämlich Pauline, unsere kleine naive Lieblingsfranzösin, dazu überredet, doch bitte die Pille danach zu nehmen, wenn sie schon weder Pille noch Kondom benutzt; Und das an die 10 Mal...^^
Sie wird übrigens unsere neue Mitbewohnerin: Steffi und ich ziehen nämlich um, zu Irapuan. In unsere eigene kleine Hippie-Familie. Mit Swimming-Pool! ;-)
Das wird super! Ein bisschen, wie eine abgewandelte Version unseres Sertao-Urlaubs: Trinken, rauchen, kiffen, Karten spielen, Armbänder machen; Die Armband-Produktion ist im Sertao eindeutig angestiegen; Konnten uns stundenlang damit beschäftigen; Wie so ein paar alte Frauen saßen wir auf der Veranda, in Schaukelstühlen (!) und haben Knoten in Schnüre geknüpft! Manche hatten dafür mehr, andere weniger Geduld: Sam jedenfalls meinte, das einzige, was ihn im Sertao gestresst hat, waren die verdammten Armbänder!!! :-D
Das Sertao an sich ist ein richtiges Paradies! Berge, Seen, Kühe Pferde, weite Landschaft, ständig blauer Himmel; Klar wars jetzt im Sommer ziemlich trocken, aber irgendwie hat genau das die karge Schönheit ausgemacht; Wir sind alle ganz verliebt und wären am liebsten ewig geblieben! Immerhin haben wir ja auch die dreimal, die man das kostenlos machen konnte, unsere Rückfahrtickets verlängert!
Was wir noch gemacht haben, außer jeden abend zu trinken etc:
- Wir haben eine ziemlich traditionelle Süßigkeiten-Fabrik besichtigt und sind fast eingegangen, in dem Dampf, der aus riesigen Kochtöpfen aufstieg; Das Endprodukt war einfach nur WAHNSINNIG süß. Wirklich wahnsinnig.
- Wir haben Zuckerrohr ausgelutscht; Auch das ist sehr sehr süß. Es gibt ein Foto, auf dem Steffi erschrocken das Gesicht verzieht, weil sie es fast nicht erträgt; Was auf dem Foto nicht zu sehen ist: Die erwartungsvollen Gesichter der Brasiliener und wie wir alle versucht haben, unauffällig unsere Reste loszuwerden...
- Wir sind geritten. Irapuans Brüder und Freunde sind allesamt sehr gechillt und haben uns einfach rauf gesetzt. "Drück dem Pferd ein bisschen die Hacken in die Seite" war so ziemlch der einzige Ratschlag. Sie waren auch kein bisschen beunruhigt, als Pauline einfach so mit dem Pferd wegtrabte. Und nicht wiederkam. Während wir Ausländer schon nervös an unseren Nägeln kauten und hinterherrennen wollten. Die gute Nachricht: Sie hat es überlebt!
- Wir sind Motorrad gefahren! Ich bin kein großer Fan von selbst fahren, ich wackel viel zu doll und sterbe dabei fast vor Angst^^, aber hinten drauf sitzen ist super! Man fühlt sich verdammt cool auf so einem Ding!;-) Vor allem, wenn so ein bärtiger Typ wie Irapuan vor einem sitzt!:-D Steffi hats voll erwischt und sie will jetzt einen Motorrad-Führerschein machen. Bin ma gespannt, sieht ganz danach aus, als würde sies hinkriegen!
- Wir waren auf einem Familenfest: Der über 80-jährige Opa hat Forró getanzt wie ein junger Gott, sämtliche Onkel haben einem ständig die Gläser nachgefüllt, irgendwelche Primos und Tios haben Gitarre gespielt und herzzerreißend gesungen, die kleine Kusine hat mich zu ihrer neuen besten Freundin erklärt und Irapuan und Ravel, sein jüngerer Bruder, sind in Unterhosen baden gegangen. Sehr hübsch!:-D (Steffis Kommentar: In WIRKLICHEN Unterhosen! Keine Boxershorts!^^)
- Wir haben, oh GOTT!!!, unsere ersten Begegnungen mit RIESENSPINNEN gehabt! Heißen nicht Taranteln, sehen aber so aus! Und sind Handtellergroß! Mindestens. Ich schwörs! Es gibt Beweisfotos!^^ Beide Male war das niedliche Tier auf der Veranda. Wir haben auf der Veranda GESCHLAFEN.^^ Aber die ganze Familie hat uns beruhigt: Die krabbeln nicht in Hängematten. Ja, sicher!
Haben sie aber wirklich nicht gemacht. Und wenn, haben wirs nicht mitgekriegt. Und dafür bin ich mehr als dankbar! Pauline ihrerseits hat sich sehr gut mit der Carangejera (so heißt die Art) verstanden und denkt darüber nach, sie mal nach Joao Pessoa einzuladen...
- Wir haben alle mindestens 5 Kilo zugenommen, weil Dona Amelia, die Mutter, uns drei Mahlzeiten am Tag gekocht hat. Selbst Max war gegen Abend schon immer ganz grün im Gesicht, wenn es schon wieder hieß, dass es Essen gibt...^^ Ich persönlich hatte immer regelecht Angst vor den Mahlzeiten, weil ich die Attraktion von Don Paulo war: Er meinte immer: "Die da, die Hanna; Die isst überhaupt nichts! Entweder schmeckts ihr nicht oder..." Oh Mann, und schon musste ich noch irgendein Stück Fleisch oder einen Löffel Reis nehmen...
- Wir haben mit dem Kosmos geredet und ihm unsere Wünsche mitgeteilt. Irapuans Philosophie ist es nämlich, dass der Kosmos sich dann darum kümmert.
- Wir waren in der Stadt Bier trinken und Sam und ich haben als einzige auf dem Platz getanzt. Wir konnten den Tanz gar nicht, haben das aber so geschickt getarnt, dass Dimitri, der mittlere Bruder, seinen Eltern erzählt hat, dass wir Verrückten auf der Praca Forró getanzt haben. Aber mit einer Spur Bewunderung in der Stimme. ;-)
- Wir sind auf der Ladefläche von einem Kleinlaster durch die Wüste gebraust. Klingt banal, hat aber richtig Spaß gemacht!
- Wir wurden von Mücken belebendigem Leib aufgefressen. Ich sehe aus, als wäre ich mit den Beinen in einer Folterkammer gewesen. Überall Katzer, Wunden, rote Flecken... Ich werde von Wildfremden angesprochen, was denn passiert wäre.^^ Ich war bloß so dumm. kurz nach der Dämmerung, in "der Stunde der Mücken" in einem Teich schwimmen zu gehen...
- Wir haben uns NICHT die Beine rasiert^^
Alles in allem wars ein Traum! Wahrscheinlich fahren wir Weihnachten wieder hin, die Mutter hat uns schon eingeladen. Das wär richtig geil!!!
Aber das Wochenende hier wird auch super, gleich gehen wir zum Capoeira, danach gibts ein Konzert im Centro. Morgen tagsüber feiern wir dann Irapuans Geburtstag, mit riesen Churrasgo und wieder Party im Pool und abends feiert dann Joao, ein Freund von Luciana, am Strand auch Geburtstag. Sonntag heißt es dann wahrscheinlich, Kater auskurieren. Vielleicht am Strand.
Cheers!

6.11.09 23:09

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